Runching 2019

Nach dem Spass der Runching-Tour 2018, bei der wir aus Zeitmangel zum Schluss die letzten 11 Caches des Powertrails Echt Entlebuch: Emmenuferweg liegen lassen mussten, sollte es 2019 genau dort weitergehen, wo wir letztes Jahr aufgehört hatten: in Sörenberg. Voller Elan plante Valentin eine Runching-Tour, die uns danach erst zum Gipfel des Rothorns, dann über den Brienzergrat nach Interlaken und schliesslich nach Spiez führen sollte, von wo wir am Morgen des 27. Juli mit dem Zug zum nahe gelegenen Stockhorn-Halbmarathon aufbrechen wollten, einem Berglauf mit 1700 Höhenmetern. Mit dem „Berennen“ des Brienzergrats, der wohl gefährlichsten Trailrunningstrecke der Schweiz und dem Berglauf am 4. Tag wollten wir neben dem Cachen sportlich alles geben.

Leider machte Valentin sein Körper dann Anfang Juni 2019 einen Strich durch die Rechnung. Durch immer wiederkehrende schlimme Schmerzen in den Beinen beim Rennen langer Distanzen musste er zwei Ultraläufe abbrechen und beschloss, bis zum Herbst kürzer zu treten und die Muskulatur gezielt aufzubauen. So nahmen wir uns vor, den Stockhorn-Halbmarathon 100% durchzuziehen aber ansonsten sollte aus dem Runching für dieses Jahr eher ein Wanderching werden.

Runching Tag 1, Mittwoch der 24.07.2019

Valentin und ich fuhren jeder für sich mit dem Zug nach Schüpfheim und stiegen dort gemeinsam in den Bus nach Sörenberg. Bekannte Orte zogen vorüber, der letzte Tag vom Runching 2018 war wieder present. Schön, so nahtlos an die geniale Tour 2018 anzuknüpfen und einfach phantastisch, dass das Wetter hielt und die Zeichen für die Grat-Tour am Donnerstag gut standen.

Die Wanderung am schattigen Emmenuferweg war angenehm. Fast problemlos fanden wir die Hälfte der restlichen Caches vom „Emnenuferweg“ und bogen dann auf den Rossweid-Trail ein, der uns in der heissen Mittagssonne an einem kleinen, glasklaren, tiefen Bergsee vorbeiführte. Ich wollte da sofort drin baden! Gesagt, getan- schwups, Badekleider an und schon war ich im Wasser. Es war herrlich! Valentin hatte keine Badehose dabei aber FKK ging auch. So liefen wir nach halber Rossweid-Tour happy und erfrischt weiter bis zur Schwarzenegg. Dort gabs den Sonnentau-Sinnes-Parcour, den wir anhand des dazugehörigen Multis absolvierten. Genial das Ende bei den runden Sessel-Schaukeln. Valentin rechnete das Final aus und ich genoss das relaxte Abhängen in der Schwerelosigkeit.

Im Anschluss gings sportlich joggend den Hügel wieder hinunter bis nach Sörenberg. Im Volg haben wir dann noch Getränke eingekauft und Glace gegessen und so gestärkt den Rest der Emmenuferweg-Caches abgearbeitet. Dabei kamen wir bis zum Quellbereich der Emme und füllten dort unsere Wasservorräte auf. So gerüstet gings dann am frühen Nachmittag auf den Weg zum Gipfel des Rothorns.

Erstmal war die Steigung noch nicht so schlimm aber mit der Zeit wurds dann doch recht anstrengend. Und das bei 28 Grad! Irgendwann kamen wir am Eisee vorbei und um Valentin zu einem weiteren Bad zu ermutigen, kletterte ich da zum Schrecken einer etwas entfernt stehenden Anglerin spontan ohne Sachen rein. Aber nützte nichts, der See war halt auch nicht so schön wie der erste- Valentin ist diesmal dann doch lieber trocken geblieben. Im nahegelegenen Restaurant gabs dann noch eine Trinkpause.

Gegen 18:30 Uhr kamen wir nach einem recht anstrengenden Aufstieg dann jedenfalls etwas erschöpft aber glücklich auf dem Rothorn an und waren fasziniert von der Aussicht.

Wir checkten im Hotel ein und kamen gerade noch rechtzeitig zum Abendessen à la Carte. Trinken!!! Valentin bestellte eine 1l-Karaffe Orangina, für mich die nächsten Tage der Inbegriff von Luxus, und wir hatten ein feines Menu. Danach wars ca. 21 Uhr und hell genug, nochmal loszuwandern und nach den zwei hier oben erreichbaren Caches zu suchen. Der erste war wegen Bauarbeiten umplatziert und am Abend nicht zugänglich. Bei der Suche kamen wir aber an einer abhangnahen Schneebank vorbei- ⛄ klar ham wir uns erstmal beballert. Ich hab sogar getroffen 😂 Und weiter gings im Eindunkeln einem schmalen Weg entlang zum Schongütsch für den letzten Cache des Tages.

auf dem Schongütsch

Auf dem Rückweg (der war noch recht gut zu erkennen, so dass wir die mitgenommene Stirnlampe kaum brauchten) sahen wir am Hang kurz vorm Hotel in der Dunkelheit dann noch eine Gruppe Steinböcke.

Steinböcke auf dem Rothorn

Runching Tag 2, Donnerstag der 25.07.2019

Obwohl keiner von uns in dieser Nacht Schlaf fand (das harte Bett und wohl zumindest bei mir auch die Aufregung durch die bevorstehende Brienzergrat-Wanderung), war Punkt 6:30 Uhr Aufstehen, Zusammenpacken und Frühstücken angesagt, um 8 Uhr verliessen wir Rothorn Kulm. Wir waren voller Tatendrang und freuten uns auf das Abenteuer.

Meine Freude wurde dann erstmal durch einen nicht enden wollenden rutschigen Abstieg gebremst, meine Schuhe gaben trotz Trailrunning-Profil nur wenig Halt auf der steilen Kieshalde, dann kam zum Glück eine Treppe. Die war dann nicht mehr so rutschig aber trotzdem anstrengend. Doch die Mühe zahlte sich aus, wenig später fanden wir uns dann wirklich auf dem Grat wieder. Er war das erste Stück recht breit, easy, das wird schon, ich war zuversichtlich. Und die Tiefblicke fand ich eigentlich nur schön, sie machten mir keine Angst. Trotzdem war bei jedem Schritt Vorsicht angesagt, ein paarmal rutschten wir leicht aus, das sollten wir heute wohl lieber bleiben lassen, es ging tief herunter.

Es folgte auf dem Weg zum Tannhorn eine herausfordernde Kletterpartie, noch nicht die mit Drahtseilen gesicherte an der Schlüsselstelle aber ich hing frei am Fels direkt über einer tiefen Schlucht, immer über den nächsten Schritt nachgrübelnd. Oje, das war nicht ohne gewesen. Dann kam ein so 50 cm schmaler sehr ausgesetzter Abschnitt, Ausrutschen ging gar nicht und Valentin dachte, das wär jetzt schon die gefürchtete Stelle gewesen. War aber nicht so, die liess noch auf sich warten. Dann endlich gegen 11 Uhr die mit Seilen gesicherte Kletterpartie an der Schlüsselstelle. Mir kams hier nicht schlimm vor. Und dann der letzte Halt oben direkt vor dem gefürchteten schmalen Grat, der allseits als T5 beschrieben wird. Der einzige Weg hoch zum Tannhorn. Valentin war bei der Kletterpartie vorneweg gegangen und versuchte jetzt eine Entscheidung zu treffen. Hatten wir uns doch zuviel vorgenommen?

Ich fühlte, dass uns der Mut verlassen würde, wenn wir das Ding noch lange von der Seite angucken würden (es sah aus dieser Perspektive wirklich gefährlich aus) und mehr im Affekt als überlegt zog ich mich nach oben und richtete mich vor Valentin auf dem Grat auf. Wow. Ich hatte den kritischen Moment geschafft. Keine weichen Knie. Focus auf den schmalen Weg vor mir, nein ich wollte nicht zurück, ich war hergekommen um das hier zu rocken. Blödes Tannhorn, ich komme! Vorwärts gings. Valentin folgte mir (wohl etwas verblüfft, wer hätte das gedacht 😅).

So liefen wir langsam und besonnen über dieses herausfordernde Stück und fanden uns nach einiger Kletterei dann neben dem Gipfelkreuz wieder. Verschnaufen und sich freuen war aber kaum möglich. Tausende Fliegen! So trugen wir uns ins Gipfelbuch ein, loggten noch schnell den Tannhorn-Cache und weiter gings.

Mit dem Gefühl, es geschafft zu haben und mit freier Sicht auf den weiteren Gratverlauf gings also weiter. Der Abstieg war für mich noch recht beschwerlich, meine Schuhe gaben einfach zu wenig Halt. Ich war froh über die mitgenommenen Trekkingstöcker, doch auch die halfen nur begrenzt. Valentin musste immer wieder auf mich warten, ich kam leicht ins Rutschen und musste jeden Schritt abwägen. Nach längeren gut machbaren Gratpassagen tauchte vor uns am Mittag eine Gruppe steiniger Hügel auf, die nur am Hang kletternd zu bewältigen waren. Es war eine gute Entscheidung gewesen, die Stöcker vorher einzupacken. Während Valentin schon oben sass und wartete, tastete ich am Abgrund hängend nach festen Steinen, manchmal waren da aber nur Grasbüschel zum festhalten. Ich geriet immer wieder in die Krise, schaffte es aber irgendwie nach oben. Der Abstieg war dann noch schlimmer. Ein einziges Tasten und Rutschen. Ein Kieshang ging geradewegs ins 1000m tiefe Tal runter. Kaum Möglichkeiten, sich festzuhalten. Valentin ist da mit seinen Oasics einfach runtermarschiert und ich hing auf allen Vieren am Weg und hätte heulen können.

Kaum war das geschafft, gings wieder auf eine ähnliche Kuppe und in einer lebensgefährlichen Rutschpartie wieder runter. Ich hatte genug. Meine Salomon Speedcross 4 sind superbequeme Trekkingschuhe aber wohl nicht tauglich für alpine Strecken. Es war 13 Uhr und wir hatten für die letzten 7 km 5 Stunden gebraucht. Die Wasservorräte waren fast aufgebraucht (wir hatten insgesamt 5 Liter mitgenommen). Wir taten das einzig Vernünftige und nahmen den nächsten Abzweig Richtung Tal, Ziel: Oberried.

Dieser Abstieg zog sich dann über fast 3 Stunden, nach 2 Stunden hatten wir nichts mehr zum Trinken. Es ging steil bergab, für Valentin nach einer Weile eine schmerzliche Tortour, da er in seinen Schuhen nicht genügend Halt hatte und mit den Zehen vorne anstiess. Es ging bestimmt zwei Stunden lang durch einen Wald. Keine Brunnen, wir halfen uns mit Walderdbeeren. Nicht auszudenken, wie es uns ohne Wasser und Schatten auf dem Grat ergangen wäre, hätten wir uns zum Weiterlaufen entschieden.

Irgendwann waren dann die ersten Häuser in Sicht und Valentin entdeckte einen Brunnen. Wie sehr man sich doch einfach nur über etwas kaltes Wasser freuen kann! Ich war durch meine Vierfüssler-Kletterei wahnsinnig dreckig und konnte mich etwas sauberspülen. Alles war gut. Wir machten uns auf den Weg zum Dorfladen. 16:15 Uhr waren wir da, der Laden machte aber erst 16:30 Uhr auf. Zum Glück gabs am Bahnhof daneben nen Selecta-Automaten. 2x die 54 (grosses Redbull), wir hatten es uns verdient. Dann rüber zum See und einfach in Klamotten gebadet, das tat so gut. Mit dem Zug sind wir dann nach Interlaken und trafen gegen 18 Uhr erschöpft vom langen Tag im Balmers Hostel ein. Dort der Schock: wir hatten am falschen Datum (einen Tag zu früh) gebucht, heute hätten sie kein einziges Bett mehr frei. Wir bezahlten schockiert die nicht genutzte Buchung, ich ging erstmal duschen und Valentin suchte nach Lösungen. Leider vergeblich. Interlaken in der Hauptsaison. Hoffnungslos, mal schnell eine Bleibe zu finden. Etwas ratlos schilderten wir an der Rezeption unsere missliche Lage, die Damen wollten helfen und machten uns ein unerwartetes und sehr gutes Angebot. Es gäbe oben einen Aufenthaltsraum mit Hängematten, dort könnten wir kostenfrei übernachten. Früher hätten sie die Hängematten wohl als günstige Übernachtungsmöglichkeiten mit angeboten und es hätte wohl immer wieder Missverständnisse gegeben, so dass sie sie jetzt nur noch als Notbetten verwenden.

Das war die Rettung! Der Aufenthaltsraum entpuppte sich als luftiges, unverkleidetes Dachgeschoss mit viel Holz. Ein Feeling wie in ner Scheune, so cool! Glücklich richteten wir uns also ein (es gab sogar ein Hängeregal und Steckdosen an jeder Hängematte) und gingen erst noch zum Coop (Valentin brauchte Kontaktlinsen-Behälter und Pflaster für seine Blasen), kauften dort noch 2 Stück Melone weiter gings zum Italiener Essen fassen. Hat geschmeckt! Später lieferten wir uns im Balmers lustige Tischtennis-Duelle, assen unsere Melonenschnitze, spielten in der Hängemattenscheune noch ne Runde Race for Galaxy (Valentin hat gewonnen 😬), und fielen gegen 23 Uhr totmüde ins Be… ähm die Hängematte. Ja, gar ned so einfach, da ne bequeme Lage zu finden. Aber irgendwie gings. Während wir noch lustig rumschaukelten, begann es draussen heftig zu regnen, dann kam ein Gewitter. Es war einfach herrlich, das geschützt in einer Hängematte in einem halboffenen Dachboden zu erleben! So schliefen wir zufrieden ein und träumten von den wahnsinnig geilen Eindrücken dieses unvergesslichen Tages.

Runching Tag 3, Freitag der 26.07.2019

Wir begannen den Tag mit fröhlichem Geschaukel und einem Potpourri der schlechtesten Youtube-Cover, Valentin inspizierte seine 2 beim Abstieg eingefangenen fetten Blasen an den grossen Zehen, versuchte vergeblich, sie aufzustechen und versorgte sie notdürftig mit Pflastern. Es sah nicht gut aus für den Berghalbmarathon, jeder Schritt schmerzte. Wir hofften auf Besserung an diesem Brückentag (heute wollten wir nur wenige Kilometer am Thuner See entlang laufen und Kraft für Tag 4 tanken) und frühstückten ersteinmal gemütlich im Balmers.

Nach einem Einkauf im Coop haben wir die „Brunnenrunde Matten“ absolviert und entkamen dann dem Getümmel der überfüllten Tourismushochburg entlang einer Schnellstrasse Richtung Spiez. Nein, das war kein schöner Weg zum Wandern. Rennen ging auch nicht wegen den Blasen, es zog sich. Ich ergriff die Gelegenheit und liess mich in Thurgauer Mundart coachen, schliesslich hatte mein fähiger Coach sonst gerad nix vor. Sagen wir mal so, es gab Lichtblicke beim 5. Versuch oder so, aber da fehlt echt noch das Sprachgefühl. Aba lustig wors gliech!

So konnten wir ein paar Tradis loggen und kamen am Mittag nach ca. 6 km Wanderung in Därligen am Thunersee an. Dort wartete eine ganz besondere Herausforderung auf uns: ein Tauchcache. Man sollte eine mit dem eigenen Namen versehene Metall- „Postkarte“ in einem ca. 3 m tief liegenden Briefkasten versorgen.

Der Tunersee hatte 21 Grad und das kam mir schrecklich kalt vor. Trotzdem unternahm ich tapfer Tauchgänge. Auch Valentin versuchte sein Glück. Man konnte unter Wasser aber nicht besonders weit sehen, der Briefkasten zeigte sich leider nicht und so wanderten wir weiter Richtung Spiez auf einer gleichbleibend unattraktiven aber dafür ebenen Strecke. Eine Stunde später in Leissigen beschlossen wir, die Reise nach Lattigen zu unserer Unterkunft mit dem Zug fortzusetzen, nur fuhr der nur stündlich und war gerade abgefahren.

Für Geocacher ist so etwas aber gar kein Problem, wir überbrückten souverän mit einer kleinen Multi-Dorfrunde und kurz bevor unser Zug kam, kratzte ich noch meine Adresse auf die Metallpostkarte und warf sie in nen richtigen Briefkasten. Ob die Post den wohl zustellt? Die Wette steht.

In Lattigen angekommen, machten wirs uns im Zimmer gemütlich und wollten eigentlich wieder los, Spiez unsicher machen, doch dann fing es an, stark zu regnen. Keiner hatte wirklich Lust, da sofort wieder rauszugehen. Also relaxten wir einfach den Rest des Nachmittags und machten uns dann auf Nahrungssuche nach 19 Uhr im strömenden Regen auf den Weg zum Bahnhof. Schon nach 100m hielt ein Auto neben uns, der nette Vermieter fuhr zufällig gerade nach Spiez und nahm uns mit und empfahl uns sogar noch ein Restaurant. Wir Glückspilze wurden also kaum nass und haben dann ganz toll und zu anbehmbaren Preisen italienisch gegessen im Restaurant Riviera by Elio. Später hatte der Regen aufgehört, wir kauften noch schnell im Migros Blasenpflaster und andere schöne Sachen ein (der hatte bis 21 Uhr geöffnet!), dann noch schnell 2 Caches gesucht und ab gings gerade noch rechtzeitig zum Zug.

Runching Tag 4, Samstag der 27.07.2019

7 Uhr war Aufstehen angesagt und alle Aufmerksamkeit spätestens nach dem Frühstück bei Valentins lädierten Zehen. Es war nach dem Öffnen der Blasen (ja Valentin hatte ziemlich rumgefleischert…) besser, tat aber immernoch weh. Und die Blasenpflaster brachten auch keine Linderung, es war sogar besser ohne. Gehen ging irgendwie aber 21 km das Stockhorn hochrennen war dann doch noch ein anderes Kaliber. Valentin entschied sich schweren Herzens, nicht am Berglauf teilzunehmen.

So fuhren wir mit der Bahn nach Oberwil im Simmental. Kurz vorher, in Erlenbach, stiegen viele Läufer zu. Ich holte meine Startnummer und gab alle meine Sachen inklusive dem Startergeschenk, einem Simmentaler Chäs, zum Shuttle nach Erlenbach. In einem Beutel hätte ich noch Sachen direkt zum Ziel bringen lassen können, den Service liess ich aber ungenutzt.

Von einer Bank vor einem Restaurant konnten wir gut überblicken, wie sich der Startbereich allmählich füllte. Es war ein kleiner Lauf mit insgesamt 356 Teilnehmern dieses Jahr.

Dann gings los. Ich wollte es gemütlich angehen und hatte mich weit hinten aufgestellt. Da blieb ich auch und joggte der Meute gemütlich hinterher. Ich wollte meine Kräfte sparen für die bevorstehenden 1700 Höhenmeter.

Die liessen erstmal auf sich warten. Die ersten 11 km merkte ich keine Steigungen, die ich als anstrengend empfand. Km 3.5 bis 5 verliefen auf einem schattigen, steinigen Trailweg direkt an der Simme entlang und am Verpflegungsposten bei km 5 wurden die Läufer vom Geschelle riesiger Kuhglocken begrüsst.

Dann gings auf einer Asphaltstrasse recht deutlich bergauf. Viele marschierten aber ich versuchte so lang wie möglich ohne Pause locker zu joggen, was ich mit kleineren Marschierpausen gut durchhielt. Dann gings ab km 16 steil einen Bergweg hoch. Nein, das ging jetzt wirklich nur marschierend und selbst das war schwer. Gut dass es zwischendrin, als der Weg die Strasse kreuzte, einen Getränkestand gab.

Bei km 18 hörte ich schon von weitem einen Speaker, man wurde namentlich begrüsst und konnte am nahen Verpflegungsstand nochmal auftanken. Rechts auf der Anhöhe stand eine Gruppe Alphornbläser.

Es ging jetzt auf einem gut laufbaren, steinigen Weg bergab zu einem Bergsee. Unten angekommen, lief ich an müde herumliegenden Kühen vorbei und konnte den Speaker im Ziel hören. Der steinige Gipfel des Stockhorns lag deutlich vor mir und ich konnte den erschreckend steilen Routenverlauf erkennen. Ojeminee… Das war ja noch ein rechter Aufstieg auf die letzten 2 km…

der letzte Kilometer war steil

Rennen ging bei der Steigung gar nicht und ich hab auch nicht einen Läufer gesehen, der das versucht hätte. Powerwalken war angesagt. Ich nahm alle meine Kraft zusammen und überholte marschierend noch mindestens 5 Läufer.

Sportlicher Zieleinlauf

Im Ziel wartete Valentin, ich war happy, dass er da war. So wurde mein Zieleinlauf nach 3h 30min 29s gefilmt und er lieh mir beim endlosen Anstehen an der Seilbahn dann gentlemanlike seine Jacke. Es war nämlich kühl geworden und regnete. Jetzt wusste ich dann auch, wozu der Dropbag-Service zum Stockhorn hoch gut war. Das nächste Mal lass ich mir sicher ein trockenes Shirt und eine Jacke hochbringen 🙂

Nach diesem Lauferlebnis fuhren wir dann mit dem Zug nach Bern und beendeten das Runching 2019 mit einem lässigen Karaokeabend im Delfino. Wir hatten noch ein Zimmer in Bern gebucht und am nächsten Morgen fuhren wir etwas müde aber glücklich nach Hause.

Stockhorn Halbmarathon 2019