Rückblick Tainingswoche 19 für den 100km-Lauf von Biel, 08.01. – 14.01.2018

Da ich im Laufe der Woche wieder mit meinen periodisch auftretenden weiblichen Problemen rechnete und es am Montag trocken sein sollte, begann ich gleich mit voller Kraft und einem 31 km Longjog. Ich lag bei der Uphill-Challenge ja fast 500 Hm zurück, also ging es ganz klar in die Höhe und das gleich viermal. Sehr anstrengend, aber die Strecke über Gisliflue, Thalheimer Weinberg, Bözberg und dann hoch zur Linde von Linn war wunderschön und ich brachte es an einem einzigen Tag auf ganze 887 Hm.

Linde von Linn

Bei diesem Lauf habe ich zwischendurch ca. 10 Datteln gegessen und das hat gut gereicht. Nicht gereicht hat aber das im Beckengurt mitgenommene Wasser (660 ml) und leider habe ich nach der halben Strecke, als dann Bedarf zum Nachfüllen bestand, keine Brunnen mehr gesehen. Nach dem Longjog war ich jedenfalls recht k.o. und hatte bläuliche Fingernägel. Dank einem Teller Backkartoffeln mit Quark (hatte ich vorm Lauf für die ganze Familie vorgekocht) und ca. 1l Apfelschorle (ich war voll dehydriert) gings mir aber schnell besser. 

Am Dienstag hab ich mir dann neue Laufschuhe gekauft (die alten hatten nach 1100 km ausgedient), da sie gerade besonders günstig waren gleich 2 Paar.

neue Schuhe – alte Schuhe

Wenigstens eines davon musste ich natürlich auch gleich zeitnah ausprobieren. Abends hatte ich Gelegenheit und mir war nach Höhenmetern, also gings mit Stirnlampe in den Auensteiner Wald bis zum Weinberg und dort hab ich dann 750m- Runden (immer 35m Steigung) gedreht. Nach 6 Runden bemerkte ich jedenfalls nicht weit entfernt ein grösseres Tier (wahrscheinlich ein Wildschwein) und brach die Übung dann etwas verschreckt lieber ab (geplant waren 10 Runden!). Aber trotzdem ganze 300 Hm mehr auf dem Konto – ich war zufrieden. Jetzt hatte ich mir doch wirklich für den Rest der Woche für die noch fehlenden 22km meine geliebten Aareläufe verdient. Mittwoch war mir nach einem Vormittag im Auto (Fahrt nach Zug zu einem Arzttermin mit meinem Sohn) aber erstmal nicht nach Laufen. Stattdessen hab ich am Nachmittag Stabilisations-und Kraftübungen gemacht, ist ja auch mal wichtig.

Weil das Wochenende wegen meiner Comedy-Ausbildung in Konstanz für den Laufsport nicht zur Verfügung stand, hatte ich also noch genau 2 Tage, um die fehlenden 22 Km zu absolvieren. Das hab ich dann Donnerstagvormittag (13km) und Freitagnachmittag (9 km) gut geschafft und konnte ohne Laufschuhe nach Konstanz fahren. Im Rahmen der Ausbildung gabs dann am Sa auch noch 1.5h Tanztraining- damit war das Wochenpensum wirklich perfekt. Mit der Woche bin ich insgesamt absolut zufrieden, alles erfüllt. Ich hab aber schon gespürt, dass das Training schon recht zeitintensiv ist und man die Woche gut planen muss, um alles unterzubringen. 

Jahresrückblick 2017

Ich kann sagen, erst im Jahr 2017 habe ich richtig mit dem Laufsport angefangen. Nachdem meine Mutter 2010 nach Konstanz gezogen ist, bin ich dort auch immer mal wieder am Bodensee joggen gegangen, aber ohne mich je um die Zeit zu kümmern. Ich hatte eine 9km-Strecke und für die brauchte ich immer so 1h und ich fand es einfach toll, die Natur zu sehen und dabei etwas Sport zu treiben. Dass man das Ganze auch professioneller betreiben kann, wurde mir erst beim Lesen von Valentins Laufblog Anfang Februar klar. Training mit Zeitzielen, verschiedenste Laufevents, sogar Marathonteilnahmen mit intensiver Vorbereitung. Wahnsinn.
Ok das Jahr hatte gerade angefangen und ich machte eindeutig zu wenig Sport. Also hab ich meine Laufschuhe ausgegraben, hab mich mangels Funktionswäsche irgendwie lauftauglich (draussen -1 Grad und Schnee) angelegt und bin am Morgen des 3. Februar früh 6:30 Uhr das erste Mal so eine halbe Stunde an der Aare gerannt. Ich weiss noch, dass meine Familie das sehr lustig fand (ich sah auch lustig aus aber meine Güte das war ja auch kein verdammter Schönheitswettbewerb). Ein paar Tage später hab ich mir jedenfalls einigermassen ordentliche Klamotten gekauft, weil für mich stand fest: das macht Spass, das mach ich weiter. Erstmal fix einmal pro Woche, jeden Freitagmorgen. Bis zum 10. März brachte ich es so auf insgesamt 44 km (4x ca. 4km und 3 Einheiten von ca. 9km). Mein flottester 9km-Lauf hatte damals eine Pace von 6:21min und voll stolz war ich auf den 4.2km-Lauf vom 3. März mit einer Pace von 5:50min. Am 11. März erfuhr ich jedenfalls (wir haben gemeinsam Ballons verkauft), dass Valentin sich nach längerer Verletzungspause zum am 18.03.2017 stattfindenden Kerzerslauf angemeldet hatte und ja ich gebs zu- ich neige zu Blitz-Entscheidungen aus dem Bauch heraus- noch am 12.03. hab ich mich auch angemeldet. Ein 15km-Lauf! Soviel am Stück war ich bis dato nie gelaufen… Zum Glück bekam ich die nächsten Tage viel Support von meinem persönlichen Laufcoach und am Wettkampftag konnten wir dann tatsächlich auch zusammen laufen, weil Valentin das Tempo wegen seinem verletzten Bein zurücknehmen musste. Es war ein gigantisches Erlebnis und ganz sicher ein Highlight 2017 für mich. Dank dem langsamen Tempo hab ich gut durchgehalten, nur kurz vorm Ziel wurde mir dann etwas übel. War halt doch eine ungewohnte Belastung.
Ja ab dem Tag war ich jedenfalls vollends angefressen: Wings for Life Worldrun, Lenzburger Lauf, Nuoler Abendlauf… Für bis Ende Jahr 10 Laufevents trainierte ich gezielt und ich wurde besser! Im Mai schon 98 Trainingskilometer, im Juni 113. Beim Lenzburgerlauf Mitte Mai lief ich bereits 11.6km mit einer Pace von 5:39min! Dann im August wieder eine Bauchentscheidung mit Folgen (die ich aber bis jetzt keine Sekunde bereut habe): ich wollte inspiriert von Valentins Ultrarun-Ambitionen auch am 100km-Lauf von Biel Anfang Juni 2018 teilnehmen! Ab September gingen wir die Vorbereitung professionell mit Trainingsplan an und steigerten den Wochenumfang an Laufkilometern stetig. Einen Rückschritt gabs im Oktober. Ich bekam Fieber und hatte wochenlangen Husten. Zum Glück hab ich den Anschluss aber wieder gefunden und war letztendlich in der Lage, am 9. Dezember 52km am Stück von Jegenstorf nach Biel zu laufen (mit Pausen insgesamt Dauer 6h 20min und Pace 7:04min). Das war die grösste Leistung, die ich meinem Körper in meinem bisherigen Leben abverlangt habe und er konnte es leisten! Das Jahr endete dann zünftig mit dem Neujahrsmarathon Schlieren, den ich im Trainingstempo anging.

Der Laufsport hat mein Leben unglaublich bereichert und hinter mir liegt ein total spannendes Jahr. Jetzt bin ich angefressen, freue mich auf so viele Ereignisse in Sachen Laufen 2018 und werde auf jeden Fall dranbleiben.

Rückblick Tainingswoche 18 für den 100km-Lauf von Biel, 01.01. – 07.01.2018

Kurz nach dem Neujahrsmarathon-Erlebnis kam ich nur mit Mühe Treppen herunter (was wohl sehr lustig aussah), am ersten Tag des neuen Jahres konnte ich mich aber bis zum Nachmittag sehr gut regenerieren. Mittags halb 12 war ich komplett ausgeschlafen (6 Stunden) und als ich 15:30 Uhr zu einer Klinik-Karaoke-Veranstaltung abgefahren bin, war ich ohne dass ich etwas dafür gemacht hätte wieder völlig fit. Keine Muskel- oder Gelenkschmerzen, alles gut.
Diese Woche sollte laut Trainingsplan ja eine Regenerationswoche sein, also nur mit halbem Wochenpensum (immernoch 30km). Und Uphill-Challenge mit Valentin hin oder her, Regeneration bedeutet für mich nicht zwingend Berglaufen :))
Also bin ich Dienstagnachmittag locker an der Aare losgesäckelt und hab dabei sogar noch 2 Geocaches (so oft bin ich 2017 daran vorbeigerannt!) geloggt. Ging doch gut los die Woche und an der Aare langrennen ist voll easy. Mittwoch hats dann schlimm gestürmt und geregnet und das hab ich mir lieber von drinnen angeschaut und an meinem Laufblog gebastelt, aber meine Teenager fragten mich scheinheilig an, ob ich nicht Lust hätte, am Donnerstag in Basel (!!) Schlittschuh zu laufen. Missbrauch als Fahrdienst! (Sie wollten da Freunde treffen) Aber was solls, ich hatte wirklich Lust, mit ihnen etwas zu unternehmen und dann eben in Basel. Ja und so bin ich dann 40min lang in Basel im Regen 4,2 km auf dem Eis herumgesäckelt. Ende leider mit einem Sturz, ich bin doch ziemlich unsicher auf den Beinen und konnte einen abrupten Stopp (ein kleiner Hockeyspieler schoss mir seinen Puc direkt vor die Schuhe) dann nicht ausgleichen. Ist aber zum Glück nichts schlimmes passiert aber in dem Moment fing es auch richtig an zu schütten und ich hatte genug.

Freitagmorgen wurde mir dann bewusst, dass ich ja noch diese Woche eine Buchhaltung fertig haben musste und ab Mittag war ich für den Rest des Tages dann tatsächlich unter einem Haufen Akten begraben, durch die ich mich irgendwie durchbuchte. Meine Fitness-Uhr nervte auch ziemlich (Brummbrumm -„Zeit für Bewegung!“). Die war ja völlig weltfremd!! Gegen 23 Uhr war ich dann soweit vorangekommen, dass ich für den Tag zufrieden war und das Gefühl hatte, alles andere schaffe ich am Samstag. Und ich spürte krass den Bewegungsmangel und wollte nurnoch raus. Und dann bin ich wieder die gewohnte 9km-Aare-Strecke gelaufen, aber etwas flotter. Nach 2 etwas schnelleren Kilometern (Pace 5:13 und 5:15) dann erstmal 1km langsamer und dann hab ich nochmal Gas gegeben: 4:47 auf den letzten Kilometer!!! Da ging noch was! Ich war stolz!!

Jetzt fehlten mir also noch 12 Laufkilometer zum Wochenziel. Der Samstag fiel dafür komplett weg. Buchhaltung!!! Und abends bis früh um 4 hab ich dann ja beim Karaoke in Gossau durchgefeiert aber das ist eine andere Geschichte. Jaja, es gibt sicher Stimmen, die jetzt sagen, man muss um ehrgeizige sportliche Ziele zu erreichen ein geregeltes Leben führen mit vor allem genug Schlaf aber ich seh das ein wenig anders. Für mich sind 5-6 Stunden Schlaf durchaus ausreichend und die schaff ich auch, wenn ich 4:30 Uhr ins Bett gehe. Naja, so richtig hat das trotzdem diesmal nicht funktioniert- erst konnte ich nicht gleich einschlafen und 8:30 Uhr war ich plötzlich wach. Klar ich hätte versuchen können, weiterzupennen, aber ich hatte auch die Option auf Frühsport und später nochmal schlafen. Und so hab ichs dann gemacht: 12 km lockerer Nüchternlauf ab 9 Uhr und meine Wochenkilometer waren komplett. Beim Laufen dachte ich mir so, nicht dass der Valentin noch glaubt, ich Flussläufer geb mir gar keine Mühe (unsere Uphill-Challenge!), also bin ich in Biberstein nochmal den Hügel hoch bis zum höchsten Haus des Dorfes. Das ergab unterm Strich dann doch noch gut 160 Höhenmeter und ich hatte nach halber Strecke eine tolle Aussicht auf Aarau.
Das neue Jahr hat für mich super angefangen, ich fühl mich gut in Schuss und werd ab kommender Woche dann auf das nächste grössere Laufprojekt hinarbeiten (57km Ultra zusammen mit Valentin- 6 Umrundungen des Pfäffikersees am 27.01.).

Rückblick Trainingswoche 17 für den 100km-Lauf von Biel, 25.12. – Silvesternacht

Der Neujahrsmarathon stand auf dem Plan und Valentin und ich wollten ihn als Long-Jog im Trainingstempo angehen und als Vorbereitung maximal insgesamt 20km rennen. Bei mir verteilten sich diese auf eine recht flotte 11km-Einheit an der Aare am Dienstag und einen langsamen 10km-Lauf am Donnerstag mit einigen Höhenmetern vom IKEA Spreitenbach zum Heitersberg und zurück.


Eine der Herausforderungen des Neujahrsmarathons für mich war auch das lange Wachbleiben. Es entpuppte sich als glückliche Fügung, dass ich gerade die Nacht davor auch schon „durchgemacht“ habe (Karaokeparty in Winterthur, ich war erst 5 Uhr zu Hause…). Mittags war ich ausgeschlafen und hab mich ab dann mit Pasta vollgestopft (ein Teller 14 Uhr, einer 18 Uhr) und alles für den Lauf parat gelegt. Unter anderem auch 2 Heliumballons (ein grosser Mignion und eine Schnecke), die Valentin und ich beim Marathon mit uns führen wollten. Eine super Idee, die Ballons! Zwar stellenweise etwas nervig aber hey, auch eine lustige Ablenkung von den Strapazen des Laufes. Die nahmen ab ca. km 10 durch Dauerregen und Wind bei fehlender Sonne dann leider ungesunde Ausmasse an. Eine längere Gehpause ab km 30 liess uns dann richtig frieren und wir brachen den Lauf nach ca. 3.5h und 31.5 absolvierten Kilometern ab. Als ich nach einer heissen Dusche zu Hause immernoch fror, war ich ganz sicher, dass das die richtige Entscheidung gewesen war. So hatten wir die geplanten 60 Wochenkilometer zwar nicht ganz geschafft, sind aber beide wieder wohlauf und gesund geblieben.

Rückblick Trainingswoche 16 für den 100km-Lauf von Biel, 18.12. – 24.12.2017

Die Woche begann mit recht ungemütlichen Wetterverhältnissen, deshalb blieben die Laufschuhe erstmal in der Ecke stehen und ich startete am Montag mit einer Einheit Krafttraining. Am nächsten Tag gabs aber keine Ausreden mehr und ich wollte Kilometer machen und dem Wochenziel von 55 km merklich näher kommen. Schliesslich musste ich damit rechnen, dass wegen Weihnachtsbesuch und diversen Terminen von Fr-So so gut wie keine Zeit zum Laufen bleiben würde. So führte mich der Longjogg am Dienstagmorgen (26 km)  bis nach Brugg! Vorher hatte ich noch ein Schälchen Müsli gegessen und das hielt vor bis Kilometer 15, ab da fühlte ich mich ziemlich unterzuckert, ein paar mitgenommene Datteln brachten aber schnell Besserung. Ab dem 20. Kilometer verhärteten sich einige Muskeln (Oberschenkel, Bauch). Beim 53 km-Lauf hatte ich diesen Zustand erst nach 30km. Es war jedenfalls kein Problem für mich weiterzurennen, einfach etwas unangenehm.


Mittwoch lag mir der Longjogg noch in den Knochen, ich hab mich aber trotzdem überwunden (weil es ja ab Donnerstag regnen sollte und mir noch 29km zum Glück fehlten und ich ja auch noch so viel zu tun hatte wegen Weihnachten…) und bin 9km Aareuferweg gerannt. Aber ich war voll schlapp und kam nur langsam vorwärts, keine Energie…

Die kam dann durch abendliches Karaokesingen (Valentin ist schuld) zurück und zwar so immens, dass ich kurzentschlossen statt Schlafen um Mitternacht bis 1 Uhr (noch war es trocken!) nochmal mit Stirnlampe die Biberstein-Strecke lief mit einer durchschnittlichen Pace von 5:45 min und einem Schluss-Spurt von 5:10min/km.


Donnerstag hab ich mich dann verdient ausgeruht und hab die noch fehlenden Kilometer dann Samstagmittag absolviert. Am Aareufer war ich ja nun schon genug unterwegs gewesen, deshalb gings diesmal direkt hoch zur Gislifluh. Die 440 Höhenmeter auf den ersten 6 Kilometern waren recht anstrengend. Die nächsten paar hundert Meter bin ich auf matschigen, steinigen Wegen sehr langsam und vorsichtig den Gipfelgrat entlangmarschiert bis zum Aussichtspunkt, der völlig im Nebel lag, also nix Aussicht… Damit begann dann auch gleich der flotte Teil der Tour- 440m auf 3km wieder nach unten und dann ab Biberstein den gewohnten Aareweg nach Hause. Am Ende hatte ich noch Kraft genug für einen Schluss-Spurt (Pace 5:01min) und kam dabei kaum ausser Atem.

 
Fazit: Mit 58km habe ich das Lauf-Wochenziel erfüllt und diesmal auch Kraftsport gemacht. Der Alternativsport blieb leider wieder auf der Strecke…

Rückblick Trainingswoche 14 für den 100km-Lauf von Biel, 04.12. – 10.12.2017

Die Woche begann für mich körperlich im Tief mit starken Unterleibskrämpfen. Es war so schlimm, dass ich den Sonntagabend mit Wärmflasche auf der Couch verbrachte. Das war zwar recht unangenehm, ich war aber absolut glücklich über das Timing, lieber jetzt durchhängen als am Samstag beim geplanten 52km-Lauf.

In der Hoffnung auf Besserung hab ich dann Montag trotzdem einen kurzen Run von 5km gemacht und mich einfach nur gequält. Der ganze Bauch war verkrampft und verhärtet. Dienstag fühlte ich mich dann schon wesentlich besser und hab den Chlausabend bei den Lindberjoggern mit 45min Schlittschuhlaufen in der Zielbau-Arena Winterthur verbunden. Hat richtig Spass gemacht und war mal was anderes und für mich pure Regeneration ☺


Da ich mich ab Mittwoch wieder recht fit fühlte, wollte ich eigentlich als Vorbereitung für den Lauf am Sa täglich mindestens 4km joggen, die guten Vorsätze blieben dann aber Mi und Do wegen ganz vielen Erledigungen und einer Karaoke-Veranstaltung am Donnerstag auf der Strecke.

Freitag hätt ich dann Zeit zum Rennen gehabt, fand es aber für mich sinnvoller, nach dem Stress und wenigen Schlaf der letzten 2 Tage einfach mal in Vorbereitung auf meinen ersten Mini-Ultra gar nichts zu machen ausser mich zu erholen, genug zu essen und früh ins Bett zu gehen.

Samstag beim Lauf zeigte sich dann, dass das die richtige Entscheidung gewesen war. Ich war ausgeschlafen, erholt und fühlte mich absolut fit für die 52km.
Wir rannten in moderatem Tempo (Pace zwischen 6:30min und 7min) und ich spürte die ersten 15km rein gar keine Anstrengung, die nächsten 15km merkte ich ein wenig meine Beine und ab ca. 30km verhärteten sich die Muskeln beider Beine und sogar der Bauch und es wurde unangenehm, ich hab das aber ganz gut geschafft zu ignorieren. Vom Kopf her gings mir bis Kilometer 38 gut. Ab dann bis zum Ziel fühlte ich mich ständig unterzuckert und die Kilometer gingen viel langsamer vorbei. Das mitgenomme Gel (4 Packungen) half aber ganz gut und moralisch hat mich die letzten Kilometer mein Mitläufer Nikolaus aufgebaut. Er lief wie eine Maschine und die hat mich irgendwie mitgezogen und so hab ich auch die letzten schrecklichen 5km geschafft (es war kalt und dunkel ich fühlte mich schrecklich und mir kam ein Kilometer noch nie so lang vor). Nach 53.7km am Ziel angekommen war ich einfach nur fix und fertig. Und mir wurde schlecht bei dem Gedanken, dass das ja nur die halbe Strecke gewesen war. Alles tat einfach nur noch weh und ich kam kaum noch eine Treppe runter und war sogar zu schwach zum Pizzaessen. Ich weiss nicht, wann ich vorher schonmal so erledigt gewesen war, ich glaub noch nie. Aber schon knapp 2 Stunden später nach einer Dusche und einem Teller Pasta, kehrten die ersten Lebensgeister zurück. Wieder zu Hause war ich dann schon wieder recht gut zwäg und absolut überrascht hat mich dann, dass ich mich praktisch über Nacht vollständig regenerieren konnte. Am Sonntag spürte ich praktisch nichts mehr vom Lauf, alles war wieder locker, nichts tat weh und ich hätt eigentlich wieder rennen können.
Der Lauf war für mich auf jeden Fall eine sehr wichtige Erfahrung. Ich bin ja vorher nie weiter als 22km gerannt und jetzt erst hab ich ein Gefühl für die Grösse der Aufgabe und eine angemessene Ehrfurcht vor den ganzen 100 Kilometern. Ich weiss jetzt, wie es sich anfühlt, an die Grenze zu kommen und weiss, dass ich noch viel mehr Kondition brauche, um mehr als diese 53km zu bewältigen.
Diesen Zustand der ständigen Unterzuckerung hatte ich vorher noch nie kennengelernt und er hat mir ziemlich zu schaffen gemacht- daran muss ich sicher noch arbeiten.
Für den jetzigen Trainingszustand kann ich aber glaub ich zufrieden sein. Da mir am So rein gar nichts mehr weh tat, scheint mit meinem Laufstil und der Rumpfstabilität alles in Ordnung zu sein.
Momentan bin ich einfach nur glücklich, den Lauf geschafft zu haben und freu mich aufs weitere Training mit neuen Herausforderungen.

Rückblick Trainingswoche 13 für den 100km-Lauf von Biel, 27.11. – 03.12.2017

Diesmal hatte ich mich am Sonntag ja ausgeruht und war Montag nach viel Organisieren und Büroarbeit voll fit und motiviert für einen nachmittäglichen Lauf nach Biberstein. Hat wirklich gut getan, es waren milde Temperaturen, ich war die ganze Zeit sehr relaxt und am Ende positiv überrascht, dass die Durchschnittspace sogar unter 6min lag.
Kurz nach dem Lauf erfuhr ich, dass meinen Ballonverkäufen durch den Wegfall des besten Standplatzes eine Krise bevorsteht. Das Thema hat mich die darauffolgenden Tage dann sehr beschäftigt und ich hab mich am Dienstag fast ausschliesslich nur darum gekümmert, Mails geschrieben und recherchiert und einen Sport-Ruhetag eingelegt.
Am Mittwochmorgen hatte ich den Kopf dann zum Glück wieder frei genug für den Longjogg. Ich bin einfach mal losgelaufen ohne genauen Plan, erst an Veltheim vorbei und dann hinter der Gislisfluh nach Westen bis Küttingen mitten durch den Jurapark. Es war landschaftlich sehr schön aber teilweise gings nur extrem langsam vorwärts. Der eisige und steile Jurapark-Weg (ab ca. Kilometer 12) war ohne Stöcke fast nicht machbar. Ich hatte echt Angst auszurutschen und mir was zu brechen aber musste in dem Moment halt irgendwie weiterkommen. Hab sogar 2 Bergziegen gesehen (die sich sehr gewundert haben was ein Mensch um die Jahreszeit da oben im Schnee rumkraucht) und 2 km weiter gabs dann auch wieder einen anständigen Weg. Mittag war ich dann wieder zu Hause und unter der wohlverdienten heissen Dusche voll stolz auf die absolvierten 22 km mit 860 Höhenmetern.

Für mich war dann auch irgendwie klar, dass der Donnerstag im Zeichen der Regeneration stehen sollte. Nachdem meine Kinder aus dem Haus waren, bin ich aber anderweitig aktiv geworden: erst 25min Kräftigungsübungen, gleich im Anschluss (ich war ja dann warm) eine Einheit Karate. Nach 20min Karate bei uns im Wohnzimmer war ich jedenfalls völlig fertig. Wenn sich wie beim Kampfsport Leistungsphasen mit ruhigeren Phasen abwechseln, ist bei mir konditionsmässig wohl noch viel Luft nach oben.

Freitag bin ich dann trotz Frost (-2 Grad!) gleich früh nochmal losgerannt an der Aare lang bis zum Wasserwerk Villnachern. Gleich die ersten Meter in Auenstein den Hügel runter hab ich gemerkt, wie saugefährlich Laufsport sein kann. Es war spiegelglatt! Mit der nötigen Vorsicht hab ich aber auch die folgenden 16km vereisten Weg mit reduziertem Tempo gut geschafft. Die Thermounterwäsche hat jedenfalls bei -2 Grad gute Dienste geleistet (viel kälter sollte es aber nicht werden…), die Lauf-Handschuhe entpuppten sich als etwas dünn.

Die Nacht zum Samstag war dann sehr kurz (ich war beim Karaoke und erst 3:30 Uhr im Bett und bin 6:30 Uhr noch vorm Weckerklingeln wieder aufgestanden). Am Samstag hatte ich dann soviel zu tun (Ballonverkauf beliefern und nachmittagsfüllender Auftritt meiner Steelband), dass ich den Schlaf nicht nachholen konnte und ich hing am Abend ziemlich durch. Eine Nacht gut und genug schlafen und alles war am Sonntag aber wieder gut. Bin dann zwischen Frühstück und Mittagessen einfach nochmal gemütlich eine kleine Aarerunde gelaufen und das Wochenziel von 50km war erfüllt.

Mit der Woche und dem was ich gemacht hab (besonders cool war der Longjogg) bin ich insgesamt voll zufrieden. Wir haben beide den Plan erfüllt und wenn wir jetzt nicht krank werden, haben wir gute Chancen, den 52 km-Lauf am Ende von Woche 14 zu schaffen.

Rückblick Trainingswoche 12 für den 100km-Lauf von Biel, 20.11. – 26.11.2017

Montag war mir nach dem 16km Berglauf vom Sonntag nach Regenerieren, am Dienstag wollte ich aber sportlich in die Pötte kommen und das in Winterthur. Rechtzeitig vorm Feierabendstau ankommen, 1-2h Schlittschuhlaufen und dann mit den Lindbergjoggern rennen, stand auf dem Plan. Irgendwie kam ich dann aber doch nicht rechtzeitig weg und hab das Schlittschuhlaufen wegen Zeitmangel gestrichen (8 Chf für etwas über eine halbe Stunde war mir dann doch zu teuer). Das nächste Mal fahr ich sicher vor 15 Uhr los.
Das Laufen war dann jedenfalls toll. Ich war leider nicht gut vorbereitet auf meinen ersten Lauf am Abend im Dunkeln (Stirnlampe vergessen und keine Reflektorenweste), Valentin lief mit Lampe aber neben mir und so war alles gut. Wir liefen 12 km um den Eschenberg und ich war zwischendrin doch recht k.o.
Ich vermute, das war reine Kopfsache, weil es dunkel war und mir die sichtbaren „Teilziele“ fehlten. Ich teile jede Strecke im Kopf in viele kleine Teile und das hat im Dunkeln in unbekanntem Gebiet nicht funktioniert.
Jedenfalls war mir Mittwoch gleich nach Weiterrennen und zwar möglichst schnell. Ich bin also am späteren Nachmittag nachdem ich alle Vorbereitungen fürs Wochenende getroffen hatte (von Donnerstag an war ich in Konstanz bei einer Ausbildung) bei bestem Wetter mal Richtung Biberstein gesprintet und hab 4km mit Pace 5.06 durchgehalten und bin dann wieder gemütlich zurückgerannt. Abends noch eine Kraftsporteinheit und ich war sehr zufrieden.
Donnerstag stand dann der Longrun in Konstanz an. Ich hatte mir die Tage zuvor schon eine geeignete Strecke über 20km herausgesucht und sogar geschafft, sie als Route auf Runtastic abzuspeichern. Das war dann beim Lauf sehr nützlich und hat auch offline super funktioniert. Es war eine wunderbare Strecke vor allem durch Wald und am Bodensee enlang. Am Donnerstagabend begann dann meine Weiterbildung und füllte die kommenden 3 Tage voll aus. Freitag war mir auch wirklich nach Regeneration. Samstag früh bin ich aber kurz vorm Regen nochmal eine kleine 4km Runde zum Bismarckturm und zurück gerannt, um die 45km Wochenpensum voll zu kriegen. War sehr schön und ein perfekter Start in den Tag. Und am gleichen Morgen gabs im Rahmen meiner Weiterbildung 1,5h Tanztraining und ich konnte die Position „Alternativsport“ ganz ohne die eigens nach Konstanz mitgebrachten Inline-Skates abhaken, yeah! Trotz 3.5-Tage Comedyausbildung war der Wochenplan damit dann voll erfüllt.
An dieser Woche fand ich besonders schön, dass ich völlig neue Strecken gerannt bin (im Dunkeln um den Eschenberg und den 20km-Rundlauf bei Konstanz). Mir gehts blendend und ich hab voll Bock auf die 50km nächste Woche. Vor allem freu ich mich aber auf den 52km-Lauf am 9.12. und bin überzeugt, dass Valentin und ich das schaffen!

Rückblick Trainingswoche 11 für den 100km-Lauf von Biel, 13.11. – 19.11.2017

Montag hatte ich mit meinen periodischen fraulichen Problemen zu kämpfen und machte sportlich rein gar nichts. Zugleich wurde mir schmerzlich bewusst, dass sich dieser Zustand in einem knappen Monat wiederholen würde, nämlich am und um den 9. Dezember, an dem Valentin und ich die 52km von Jegenstorf nach Biel laufen wollen.
Naja über Dinge, die man nicht ändern kann, lohnt es nicht, sich zu ärgern. Also hab ich dann Dienstag früh sehr motiviert einen 16km Nüchternlauf an der Aare probiert. Der Husten war fast weg und ich kam recht zügig voran. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Nieselregen hab ich dann aber doch zeitweise gefroren und mir noch am gleichen Tag bis -10 Grad taugliche Thermounterwäsche (und bei der Gelegenheit dann auch noch gleich einen Hüftgurt mit 2 Trinkflaschen) gekauft. Der Mittwochnachmittag war dann mit -1 Grad gut geeignet für einen Run in den neuen Klamotten. Eigentlich wollte ich nur ganz locker bis Biberstein und zurück joggen, war aber zu Beginn erstaunlich schnell (der Husten war weg!) und hatte nach 4.5 km den Ehrgeiz, auch flott wieder heim zu rennen. Und das hat (bis auf 1 Kilometer Regeneration) funktioniert. Bei Kilometer 9 sogar Pace 5:19min und insgesam 5:26min. Juchhuu das Kranksein war endlich zu Ende, meine Freude war gross.
Mir war Anfang der Woche schon klar gewesen, dass ich am Donnerstag wegen einem Karaoke-Auftrag und anderer Erledigungen wohl sportlich zu nichts kommen würde. Dann brachte der Postbote aber früher als erwartet meinen neuen Karateanzug (extra bestellt für einen 2stündigen von mir angeleiteten Karate-Einführungskurs am Sa) ja und dann musste ich den natürlich anziehen und hab auch tatsächlich ziemlich schweisstreibend in unserem Wohnzimmer ganz spontan eine halbe Stunde Karate trainiert (am Sa beim Kurs dann noch eine zweite Einheit).
Am Freitag blieben die Temperaturen nahe beim Gefrierpunkt, hat mich aber gar nicht mehr interessiert, ich war ja gut angezogen. Also machte ich mich bereit für einen längeren Lauf und Valentins heldenhaften 500-Höhenmeter-Nach-Hause-Lauf vom Mittwoch im Hinterkopf, entschied ich mich im letzten Moment, in die andere Richtung zu rennen. Nicht zur Aare runter sondern den Berg hoch. Was folgte, waren beschwerliche aber auch schöne 2 Stunden, in denen ich es auf Irrwegen dann doch bis ganz oben schaffte. Laufschuhe sind jedenfalls nicht ganz ideal, um auf dem Juragrat herumzustolpern und auf dem bin ich eine ganze Weile herumgestolpert (wo war nur das verdammte Gipfelkreuz?!). Naja irgendwie falscher Zugang, bin ich halt wieder runtergerannt und war saustolz auf die absolvierten 15km und 568 Höhenmeter.
An der Stelle hatte ich das Wochenziel von 40km dann eigentlich erreicht. Aber ich hatte die Aussichtsplattform nicht gefunden! Das wurmte mich schon sehr. So bin ich dann heute am Sonntag nochmal hochgerannt. Wieder 16km und 569 Höhenmeter und da am Sonntag auch andere „Gipfeltouristen“ unterwegs waren, bekam ich oben angekommen auch einen Tipp zum Finden der Aussichtsplattform. Im Schneematsch bin ich dann hingewatet. Schuhe und Socken waren einfach nur noch klitschnass und kalt und das nach 7km. Aber egal, ich war am Ziel und glücklich. Auf dem Weg nach unten wurd mir dann auch wieder wärmer, geht alles irgendwie. Ja und jetzt freu ich mich nur noch: Wochenziel mit 56km übererfüllt, 2x nen krassen Berg hochgerannt, Karate als Alternativsport entdeckt. Naja Kraftsport hab ich dann nicht gemacht aber die Woche war trotzdem toll und ich fühl mich fit für die nächste.

Rückblick Trainingswoche 10 für den 100km-Lauf von Biel, 06.11. – 12.11.2017

Am Montag trug diese Woche noch offiziell den Namen „Leistung 2“ und ich war mental auf bestem Wege, meinen bis dahin schon 2 Wochen nicht enden wollenden Husten mit sportlichen Höchstleistungen (= 60 Wochenkilometern) weiter zu verschleppen. Nach einem lauffreien Wochenanfang (mit einer Einheit Krafttraining), lief ich dann auch schon Dienstag Vormittag 16km in annehmbarem Tempo (Pace 6:09 min), hatte dabei aber auch einige Hustenanfälle.
Wieder zu Hause, fiel ich dann in eine moralische Krise. Ich wollte das Ganze doch zusammen mit Valentin machen und nicht als Einzelkämpfer plötzlich bei 70 Wochenkilometern sein, wenn er krankheitbedingt erst wieder bei 30 anfängt. Meine Motivation, diese Woche auch nur noch irgendwas zu machen, war mit einem Schlag dahin.
Dann passierte etwas sehr Tolles: Valentin hat den Plan angepasst und Woche 10 wegen Krankheit ganz aus dem Trainingsplan herausgenommen.
Und auf einmal wurde mir bewusst, was ich bisher verdrängt hatte: Ich hatte immernoch Husten, steckte voll Rotz bis zum Geht-nicht-mehr und es war die letzten Tage wieder schlimmer geworden.
Dankbar machte ich den Rest der Woche also auch blau und versuchte, gesund zu werden. Ist leider nicht ganz geglückt, aber unter vollem Leistungsdruck wär die Grippe wahrscheinlich wieder richtig ausgebrochen.
Jetzt gehts mir gerade körperlich und mental gut. Bin froh, dass Valentin auch wieder hergestellt ist und wir auf gleichem Niveau unser Glück mit der neuen Woche versuchen können.