Neujahrsmarathon 2020

Neujahrsmarathon 2020

In der Silvesternacht 2019/2020 traten Valentin und ich nach den 2 DNFs der letzten beiden Jahre (wir hatten jeweils nach 3 von 4 Runden aufgegeben) das dritte Mal an, um den Neujahrsmarathon zu „knacken“. Wieder trafen wir in der Sporthalle Schlieren auf mehr als 1000 Mitläufer, die pünktlich um Mitternacht mit uns starteten. Ein Wahnsinnstrubel, im grossen Pulk rannten wir in die kalte Nacht hinaus. Meine Kleidung hielt gut warm, zu Beginn merkte ich die -3 Grad kaum. Feuerwerk gabs deutlich weniger als die Jahre zuvor, dafür an einer Stelle direkt an der Laufstrecke. Schön anzusehen aber auch furchteinflössend, ich war froh, als wir die Stelle passiert hatten.
Nach ca. 4 km wollte ich dann meine Stirnlampe anschalten und nix ging. Dabei hatte ich das doofe Ding zu Hause getestet und alles war ok gewesen. Jetzt leuchtete sie nur so lange, wie ich den Finger auf dem Anschalter liess. Bei meinen darauf folgenden panisches Anschaltversuchen fiel dann auch noch das Verdeck ab und purzelte in die Limmat. Aber das, was von der Leuchte übriggeblieben war (die nicht wasserfesten, nackten LEDs), hatte dann immerhin wieder Lust zu funktionieren und es war ja zum Glück eine zwar kalte aber trockene Nacht. So hatte ich dann doch noch Licht.

Die erste Runde absolvierten wir ohne Probleme und starteten nach einer kurzen Rast am Verpflegungsposten vor der Turnhalle gut z’wäg in die zweite.

Erste Runde im Sack. Zuviel „Fahrtwind“ für unsere Wunderkerzen aber sonst war alles ok.

Auf der zweiten Runde spürte ich schon nach halber Strecke deutlich meine Beine, wir waren aber trotzdem gut im Laufflow. Die Polar-Uhr zeigte eine recht konstante Pace bei ca. 6:10 min. Mir gings recht gut, ab und zu kurze Anflüge von Übelkeit. Gegen Ende der Runde schwanden meine Kräfte. Km 20 und 21 war mir speiübel und es war doch erst die halbe Strecke. Ich hatte an dem Punkt nicht mehr viel Hoffnung es zu schaffen und sehnte einfach nur noch den Verpflegungsposten herbei. Dort trank ich von der mitgebrachten Cola und nahm eines der mitgebrachten Coffein-Gele zu mir. So richtig besser wurde es aber, als Valentin seinen mitgebrachten Bluetooth-Lautsprecher in Betrieb nahm und die Musik unserer gemeinsamen Running-Playlist Ablenkung brachte.

Schon bald kam ich wieder zu Kräften. Die Beine wurden zwar schwerer aber mein Kreislauf erholte sich und Valentin schien auch immernoch gut klarzukommen. Kein Vergleich zu den letzten beiden Jahren, in denen es uns in der dritten Runde wirklich schlecht gegangen war. Heute waren wir erschöpft aber noch kampffähig. Als wir das dritte Mal in der Turnhalle einliefen, hab ich gelacht. Nicht dass es mir gut gegangen wäre, aber mir wurde in dem Moment klar, dass wir es schaffen würden. Am Verpflegungsposten füllte Valentin dann 2 Becher mit einem extra mitgenommenen Redbull. Soo lieb und genau das, was ich in dem Moment brauchte. Einfach toll!!!

Die 4. Runde war für mich dann wie ein Siegeszug. Das Bewusstsein, dass wir überall das letzte Mal vorbeikamen gab unheimlich Kraft. Kurz vorm Halbrunden-Verpflegungsposten dann DER Musikmoment der Nacht für mich: aus Valentins Bluetooth-Lautsprecher tönte „I gotta feeling“ von den Black Eyed Peas und die Läufer neben uns sangen spontan mit. Es war der Song des Moments und brachte so viele positive Vibes. Wir hatten 35 km hinter uns und es fast geschafft! Es würde wirklich eine gute Nacht werden. Plötzlich Partystimmung pur bei mir.

zu viert mit Musik dem Ziel entgegen

Die letzten 7 km waren wir dank Vali’s Marathon-Entertainment-Service dann in einer kleinen Laufgruppe unterwegs. Ich war zum Schluss entkräftet, es zog sich. Wie unsere beiden Begleiter hing ich an Valentin, der die letzten Kilometer konstant lief wie ein Uhrwerk (später sagte er mir, das wär reine Kopfarbeit gewesen und in Wirklichkeit war ihm speiübel. Alle Achtung dafür!).

Und um 4:56 Uhr trug uns die Musik dann zu viert ins Ziel. Euphorie pur aber auch totale Erschöpfung. Valentin und ich sowie unsere Begleiter Mike und Sarah hatten diesen harten Brocken Marathon gerockt.

Zieleinlauf Neujahrsmarathon 2020
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